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Was ist Gestalttherapie?

Aktualisiert: 17. Juni 2022

Du fragst dich "Was ist Gestalttherapie eigentlich?" und möchtest dir einen Überblick verschaffen? Dann bist du hier genau richtig! In diesem Beitrag wird Gestalttherapie einfach erklärt und an Beispielen veranschaulicht.


30-Sekunden Zusammenfassung

  • Die Gestalttherapie ist ein erlebnisorientierter Ansatz der humanistischen Psychotherapie.

  • Sie entstand in Abgrenzung zur Psychoanalyse in den 50er Jahren. Hauptbegründer sind: Frederick S. Perls, Lore Perls und Paul Goodman.

  • Das Ziel der Gestalttherapie besteht darin, Menschen zu befähigen, ihr Leben zu verändern, das heißt selbstbestimmter zu leben.

  • Aktive Wahrnehmung befähigt zu aktiver Handlung: Wenn die Klient:innen sich ihrer eigenen Bedürfnisse bewusst werden, kann daraus ein “nährender” Handlungsimpuls – im Sinne des Kontakts mit der Umwelt – entstehen.

Inhaltsverzeichnis

Definition: Gestalttherapie einfach erklärt

Theoretische Hintergründe

Ziele von Gestalttherapie

Methode der Gestalttherapie

Gestalttherapeutische Konzepte

Was ist eine Gestalt?

Kontakt

Dialogisches Prinzip

Feldtheorie

Gestalttherapie: Übungen



Definition: Gestalttherapie einfach erklärt

Die Gestalttherapie ist ein erlebnisorientierter Ansatz der humanistischen Psychotherapie.


Damit geht sie von einer selbstregulierenden, kreativen Wachstums- und Anpassungsfähigkeit des Menschen aus.


Wachstum und Integration finden durch dynamisches Gewahrsein (engl. awareness) im Hier & Jetzt statt.


Gewahrsein bezeichnet den Zustand des lebendigen Organismus (Mensch), mit sich und der Umwelt in Kontakt zu sein, ohne das Blockierungen die bewusste Wahrnehmung seiner selbst oder des Gegenüber unterbrechen.


Theoretische Hintergründe

Fritz Perls, seine Frau Lore Perls (Psychoanalytiker:innen) und Sozialkritiker Paul Goodman formulierten in den 50er Jahren in den USA die grundlegende Theorie der Gestalttherapie.


Dabei grenzten sie sich bewusst von der Psychoanalyse ab und integrierten philosophische Strömungen, wie zum Beispiel den Existenzialismus, Holismus oder die Phänomenologie in die Gestaltpsychotherapie.


Grundlegende Inspiration für Prinzipien und Begrifflichkeiten der Gestalttherapie bot den Pionier:innen die Gestaltpsychologie, welche sich als Disziplin der allgemeinen Psychologie mit der Strukturierung der visuellen Wahrnehmung des Menschen auseinandersetzt.


Ziele von Gestalttherapie

Die Ziele von Gestalttherapie auf einen Blick:

  • Selbstbestimmtes Leben

  • Eigenverantwortung

  • Kontakt

  • Authentizität

  • Wahrnehmungsfähigkeit steigern (engl. awareness)

  • Vertrauen in die eigene Wahrnehmung

Grundsätzlich besteht das Ziel der Gestalttherapie darin, Menschen zu befähigen, ihr Leben zu verändern, das heißt selbstbestimmter zu leben.


Ein selbstbestimmtes Leben wird dabei als eigenverantwortliches Leben verstanden. Angelehnt an das englische Wort für Verantwortung, responsability (response-ability), wird unter Eigenverantwortung die Fähigkeit zum “Antworten” im Sinne des Kontakts mit der Umwelt verstanden.


Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, was Eigenverantwortung in der Gestalttherapie bedeutet, höre jetzt gerne in mein Interview mit Gestalttherapeutin Helmi Schneider-Gardemann aus meinem Podcast "Gestalt Café" hinein.


Es geht also darum, dass der Mensch wieder im lebendigen Kontakt mit sich selbst, mit anderen, mit der Gesellschaft et cetera sein Leben gestaltet.


Dabei ist das Menschenbild ein interaktionistisches: Der Mensch als Organismus steht in wechselseitigem Austausch mit seiner Umwelt.


Wachstum setzt die Integration von (Organismus-)Fremdem in (Organismus-)Eigenes voraus.


Die Voraussetzung für aktive Handlungsfähigkeit ist laut Gestalttherapie die Fähigkeit, sich selbst aktiv wahrzunehmen.


Wenn ein:e Klient:in sich aktiv wahrnimmt, erfährt sie oder er sich selbst als Subjekt der eigenen Wahrnehmung: Er oder sie bestimmt subjektiv die Bedeutung des eigenen Wahrnehmungsphänomens.


Dies befähigt die Klient:innen wiederum zu aktivem, selbstbestimmtem Handeln.


Aktives Handeln ist dadurch gekennzeichnet, dass der Mensch auf Grundlage seiner eigenen Bedürfnisse und Interessen (und nicht fremdbestimmter Interessen) handelt.